Damassine AOP
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Geschichte

Die Geschichte der Damassine

Der Ursprung der Damassine

Der Damassine-Branntwein entspringt einer jahrhundertealten Tradition im Jura. Doch nur wenige Geschichtsdokumente belegen seine Verankerung und Bedeutung in der Volkskultur. Es wird erzählt, dass die Kreuzritter die kleine rote Damaszenerpflaume aus dem Orient mitbrachten. Sicher ist nur, dass der Name «Damassine» auf die syrische Hauptstadt Damaskus zurückzuführen ist. Möglich ist auch, dass die Kerne aus Jerusalem importiert wurden.

Der verstorbene Abt François Guenat, ehemaliger Pfarrer von Charmoille wiederum war überzeugt, dass es Leibeigene und Bauern aus der Ajoie waren, die die Kerne besonders guter Früchte, darunter wahrscheinlich auch die Damaszenerpflaume, in die Heimat mitbrachten. Sie waren 1129 unter Saint-Bernard de Clervaux (der 1125 nach Lützel kam, um ein Zisterzienserkloster zu gründen) zum Zweiten Kreuzzug aufgebrochen.

Inventar alter Obstbaumkulturen

Im Rahmen einer für den Branchenverband durchgeführten Umfrage konnte die Spur der Damaszenerpflaume aufgegriffen werden. Demnach wurden die Damassine-Bäume bereits 880 in Le Noirmont angebaut, 1925 in Sceut, 1875 in Courfaivre, 1811 in Bois, 1900 in Mervelier, 1910 in Montavon und 1920 in Saulcy. In der Region Ajoie berichteten die Befragten, laut ihren Eltern und/oder Grosseltern seien schon immer Damaszenerpflaumen angepflanzt worden. Dies ermöglicht es, ihre Existenz bis ins 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen und die Vermutung zu bekräftigen, dass sie bereit 1797 in den Obstgärten von Grandfontaine angebaut wurden. Weiter wurden Damaszenerpflaumen 1870 in Boncourt, 1880 in Courgenay, 1915 in Damvant und 1880 in Mormont und Coeuve bestätigt. Die Pflaumen wurden also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in allen drei Bezirken des Juras angepflanzt. Wenn man davon ausgeht, dass die Vermehrung der Damassine-Bäume und die Ausweitung des Baumbestands im ganzen Jura mindestens ein oder zwei Jahrhunderte beanspruchten, so reicht die Ankunft dieser Pflaume im Jura wahrscheinlich bis ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück.

Drei Vermehrungsmethoden

Die Pflaumenbäume werden auf drei verschiedene Arten vermehrt: Mit Stockausschlägen, Propfen und der Anzucht aus Kernen. Die Früchte werden seit dem vergangenen Jahrhundert für die Herstellung von Wähen, Konfitüre und zum Verkauf auf dem Markt verwendet. Wichtigster Verwendungszweck ist jedoch die Umwandlung in Alkohol. Die beschriebenen Früchte ähneln sich stark: Die Damasson rouge ist eine kleine Frucht. Ihre Haut ist rot, sie ist jedoch nicht einheitlich gefärbt. Die dominierende Farbe ist rosa sonnenseitig und eher gelborange schattenseitig. Sie verströmt einen starken und sehr angenehmen Geruch, der ihr einen unvergleichlichen Charme verleiht. Die reifen Pflaumen werden am Boden aufgelesen, bevor sie in Fässer gefüllt werden.

Schaffung des Branchenverbandes

1990 wurde ein Verband gegründet, um die Rechte der Damassine-Baum-Besitzer zu verteidigen. Dieses Anliegen wurde 1994 vom Obstbauernverband Association des producteurs de fruits d’Ajoie übernommen, mit dem Ziel, ein AOP-Gesuch zu stellen. 1997 will ein anderer Branchenverband, Fruits du Jura, ebenfalls eine Ursprungsbezeichnung erzielen. Die beiden Organisationen schliessen sich unter der Federführung des Landwirtschaftsamts des Kantons Jura zusammen. Gemeinsam reichten sie den AOP-Antrag ein, 2005 wurde er publiziert. Elf Beschwerden wurden gegen den Bescheid formuliert. Alle Beschwerden wurden abgewiesen, einschliesslich des letzten Antrags eines Produzenten aus Le Landeron, der im Februar 2010 vom Bundesgericht zurückgewiesen wurde. Seither lautet die Bezeichnung Damassine AOP.